Brauchtüner gibt es viele, aber speziell um die Winterszeit kommt dann dieser Brauchtum den man nicht braucht. Die Krampuszeit. Während wir brav am 6. 12. die Schuhe rausstellen (natürlich geputzt), kommen hier  die Krampusse.

Ist das nicht ein netter Zeitgenosse?

Diese netten Menschen da, kommen anstelle des Knecht Ruprechts und verhauen die unartigen Kinder, oder eher gesagt, sollen se denen einen Schrecken einjagen. Nun ja, da wo ich zu Gast war ist es etwas anders. Einmal kommen sie zum Hausbesuch mit dem Nikolaus und dann kommt das alljährliche “Tischziachn” Kommen wir mal zu den Hausbesuchen. Ich war zu Besuch bei einem Freund mit seinen Kindern. Ich hab vorher auf die Kinder aufgepasst, da er noch arbeiten musste. DIe Kids haben mich somit ihrer Spannung angesteckt, dass ich selber mit aufgeregt wurde. Immer wenn man Kuhglockenähnliche Geräusche hörte schreckten Beide auf und sagten “nun kommen sie” Zum Glück kam dann ihr Papa und dann auch die Krampusse.  Er hat die Terassentür aufgemacht, der Nikolaus kam mit seinen Engelchen (niedliche Kinder) und 2 Buben, die Mann und Frau darstellten und “Taler einsammelten” und dann die Kinder – Krampuse. Alles kleine Jungen aus der Nachbarschaft der Mädels hier. Hinter den grossen steckten junge Burschen, die ordentlich Krach machten. Mir war das schon ein wenig zu laut. Der Nikolaus bat um ein Lied, die Kinder sangen und dann kamen die Krampusse. Die kleinere klammerte sich an mich und ich wusste gar nicht wo ich gucken sollte. Da klammerte die eine, da die andere. Die eine heulte, die andere war einfach nur laut und die kleinen Krampusse, die waren überall. Mich wunderte nur, dass der Hausher (eben der Freund) so in einer Hergottsruhe mit den grossen rausging, aber ich stand eben noch in der Stube und so recht wollte ich dann doch nicht raus. Da kamen die grossen, bzw. der eine Aufpasser und packten mich. Wenn meine Brille nicht geflogen wäre, hätte ich damit kein Problem gehabt, aber so? Die Brille flig, mein Kopf sauste gegen den Türrahmen und ich wherte mich gegen gefühle 100 Hände und der Krach war für mich schier nicht auszuhalten. Aber irgendwie hatte ich trotzdem meine Freude an dem ganzen (nachdem ich meine Brille wieder gefunden habe), die Krampusse haben sich auch artig bei mir entschuldigt. Ich hab dann nur aus lauter Wut, dass ich nicht wusste was auf mich zukommt, den Freund in den Schnee geschubst und ordentlich eingeseift. Er hat sich vor lachen nicht wehren können und ich musste ein bischen schimpfen. Nun ja, das waren die Hausbesuche.

Ein paar Tage später fanden dann das “tischziachn” statt. Die Krampuse gegen das Volk? Also in einer Arena gibt es einen Tisch. Dieser wo ich das beobachten konnte, wog ca. 150 Kilogramm und dahinter sassen “das Volk” alles Kerle, die unbeding zeigen mussten, dass sie ach ja so stark sind. Die Krampuse mussten den Tisch nur rumwerfen und dabei noch ordentlich ein bischen remidemmi bei dem schlagenden Volk machen. Es flogen so manche Kleidungsstücke. Allerdings stand ich blöde und hatte viel zu kalt, so dass ich von denen nicht soviel mitbekommen hat. Es hat mich auch irgendwie nicht so fasziniert, aus der Weite zuzuschauen. Weil aus der Nähe konntest du dir einfach diese wunderbaren furchtbaren Larven (Masken) anschauen und die Felle über ihrer normalen Kleidung erinnerten mich stark an Ronja Räubertochter. Ist eben hier ein Brauchtum an den ich mich speziell noch SEHR gewöhnen muss.